Feuerlöscher im Winter: Welcher Löscher verträgt Frost?
Eine frostige Nacht, und in der unbeheizten Halle hängt der Feuerlöscher wie immer an der Wand. Ob er am Morgen noch löscht, hängt von einer kleinen Zeile auf dem Etikett ab: dem Funktionsbereich. Er sagt Ihnen, bei welchen Temperaturen das Gerät sicher arbeitet, und damit auch, welcher Löscher in Garagen, Lagerhallen und Fahrzeuge gehört.
Der Funktionsbereich steht auf dem Etikett
Jeder zugelassene Feuerlöscher trägt eine genormte Beschriftung. Neben Löschmittel, Brandklassen und Bedienschritten steht dort auch der Funktionsbereich, also der Temperaturbereich, in dem der Hersteller die Funktion des Geräts gewährleistet. Die DGUV Information 205-001 zeigt in ihrem Beispiel einer Feuerlöscherbeschriftung genau diese Zeile.
Zwei Angaben begegnen Ihnen in der Praxis besonders oft:
- −30 °C bis +60 °C: Das Gerät ist frostsicher. Es darf auch dort hängen, wo es im Winter friert.
- +5 °C bis +60 °C: Das Gerät braucht einen frostfreien Standort. Unterhalb dieser Grenze ist es nicht mehr einsatzbereit.
Maßgeblich ist immer die Angabe auf dem jeweiligen Gerät. Der Blick aufs Etikett dauert zehn Sekunden und beantwortet die Frage zuverlässiger als jede Faustregel.
Welche Löscher Frost vertragen
Pulverlöscher und CO2-Löscher sind nach Herstellerangaben in der Regel für −30 °C bis +60 °C ausgelegt. Ihr Löschmittel enthält kein Wasser, Frost macht ihnen deshalb nichts aus. Hersteller nennen als typische Einsatzorte für Pulverlöscher ausdrücklich Außenbereiche, Garagen und Fahrzeuge.
Wasser- und Schaumlöscher bestehen zum größten Teil aus Wasser. Ohne Frostschutzzusatz liegt ihr Funktionsbereich meist bei +5 °C bis +60 °C, sie gehören also in beheizte Räume. Eine Übersicht, welcher Löschertyp zu welchem Bereich passt, finden Sie in unserem Beitrag Welcher Feuerlöscher gehört wohin?
Es gibt aber auch Schaumlöscher mit Frostschutz. Ihr Löschmittel ist so angesetzt, dass es bis −30 °C flüssig und löschfähig bleibt. Solche Geräte sind für unbeheizte Hallen, Garagen und den Außenbereich gedacht und tragen den erweiterten Funktionsbereich ebenfalls auf dem Etikett. Für Betriebe, die Pulver wegen der Verschmutzung meiden wollen, sind sie oft die beste Lösung.
Unbeheizte Hallen, Garagen und Fahrzeuge
Kritisch sind alle Orte, an denen es im Winter unter null Grad geht: Lagerhallen ohne Heizung, Garagen und Tiefgaragen, Werkstätten, die nachts auskühlen, überdachte Außenbereiche und natürlich Fahrzeuge. Im Transporter oder Pkw ist es nachts so kalt wie draußen. Dort gehört nur ein Löscher hin, dessen Funktionsbereich bis −30 °C reicht. Übrigens gilt auch die obere Grenze: Mehr als +60 °C sollte ein Löscher ebenso wenig abbekommen.
Die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2 verlangt außerdem, dass Feuerlöscher vor Beschädigungen und Witterungseinflüssen geschützt aufgestellt werden, etwa durch Schutzhauben, Schränke oder einen Anfahrschutz. Als Beispiele nennt sie Tankstellen, Tiefgaragen und nicht allseitig umschlossene bauliche Anlagen. Ein Schutzschrank hält Nässe, Schmutz und Streusalz vom Gerät fern. Gegen Frost hilft er allerdings nicht, dafür zählt allein der Funktionsbereich.
Feuchte Kälte setzt dem Gerät zu
Die ASR A2.2 weist darauf hin, dass Bauteile und Löschmittel unter den äußeren Einflüssen am Aufstellungsort, etwa Temperatur und Luftfeuchtigkeit, im Laufe der Zeit unbrauchbar werden können. Genau deshalb sind Feuerlöscher alle zwei Jahre durch einen Fachkundigen zu warten. In kalten, feuchten Bereichen lohnt zusätzlich ein regelmäßiger Blick auf den Behälter: Was Rost am Feuerlöscher bedeutet, lesen Sie in unserem Beitrag Rost am Feuerlöscher. Die Fristen und den Ablauf der Prüfung erklärt der Beitrag Wie oft müssen Feuerlöscher geprüft werden?
Bei der Wartung prüfen wir auch den Standort
Bei der Wartung Ihrer Feuerlöscher schauen wir nicht nur auf Druck, Plombe und Löschmittel, sondern auch darauf, ob das Gerät zu seinem Platz passt. Hängt ein Schaumlöscher ohne Frostschutz in der kalten Halle oder liegt ein Wasserlöscher im Transporter, tauschen wir ihn gegen ein frostsicheres Gerät. Frostsichere Pulver-, CO2- und Schaumlöscher finden Sie auch in unserem Shop.
Unsicher, was bei Ihnen hängt? Fragen Sie nach einem kostenlosen Rundgang. Wir sehen uns Ihre Löscher vor Ort an, lesen gemeinsam die Etiketten und sagen Ihnen ehrlich, wo ein frostsicheres Gerät nötig ist und wo nicht.
Häufige Fragen – kurz beantwortet
Woran erkenne ich, ob mein Feuerlöscher Frost verträgt?
Am Funktionsbereich auf dem Etikett. Steht dort −30 °C bis +60 °C, ist das Gerät frostsicher. Steht dort +5 °C bis +60 °C, braucht es einen frostfreien Standort. Maßgeblich ist immer die Angabe des Herstellers auf dem jeweiligen Gerät.
Welche Feuerlöscher sind frostsicher?
Pulverlöscher und CO2-Löscher sind nach Herstellerangaben meist für −30 °C bis +60 °C ausgelegt. Wasser- und Schaumlöscher sind nur dann frostsicher, wenn ihr Löschmittel einen Frostschutzzusatz enthält; solche Geräte sind ebenfalls bis −30 °C erhältlich.
Darf ein Schaumlöscher in der unbeheizten Garage hängen?
Nur, wenn es eine frostsichere Ausführung ist und das Etikett einen Funktionsbereich bis −30 °C nennt. Ein normaler Schaumlöscher mit +5 °C bis +60 °C gehört in einen frostfreien Raum. Alternativ eignet sich für Garagen ein Pulverlöscher.
Was tun, wenn ein nicht frostsicherer Löscher Frost abbekommen hat?
Unterhalb seines Funktionsbereichs ist das Gerät nicht einsatzbereit. Hängen Sie es nicht einfach wieder hin, sondern lassen Sie es vom Fachbetrieb prüfen und wählen Sie für den Standort ein frostsicheres Gerät.
Can Kavak
Zertifizierter Brandschutzexperte · Der Brandschutzprofi
Weitere Beiträge
PFAS-Verbot 2026: Was sich für Betriebe mit Schaumlöschern konkret ändert
Feuerlöscher prüfen lassen
Wir prüfen und warten Ihre Feuerlöscher direkt vor Ort – mit Prüfplakette und Protokoll noch am Prüftag. Rufen Sie an oder fragen Sie nach einem kostenlosen Rundgang vor Ort.
Lieber schreiben? info@derbrandschutzprofi.de